Warum Softwareprojekte ohne klare Anforderungen scheitern
Der teure Irrtum: "Wir wissen doch, was wir brauchen"
Wenn Unternehmen ein Softwareprojekt starten, herrscht oft Euphorie. Die Vision ist klar, das Budget steht, ein Entwicklungspartner ist gefunden. Doch dann beginnt die Realität:
- Nach drei Monaten Entwicklung fehlen plötzlich "offensichtliche" Funktionen
- Die Fachabteilung und die IT haben unterschiedliche Vorstellungen
- Das Budget ist zur Hälfte aufgebraucht, aber nur 20% der Anforderungen umgesetzt
Der Grund? Nicht die Technik. Nicht der Dienstleister. Sondern unklare Anforderungen von Anfang an.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Laut dem Standish Group CHAOS Report scheitern 66% aller Softwareprojekte oder liefern nicht den erwarteten Nutzen. Die Hauptursache ist in den meisten Fällen dieselbe:
"Anforderungen waren unklar, unvollständig oder haben sich während des Projekts grundlegend geändert."
Für mittelständische Unternehmen kann das existenzbedrohend sein. Anders als Konzerne haben KMUs nicht die Ressourcen, ein gescheitertes Projekt einfach abzuschreiben.
Die 5 häufigsten Anforderungsfehler
1. "Das ist doch selbstverständlich"
Was für die Fachabteilung offensichtlich ist, muss für Entwickler erst erklärt werden. Implizites Wissen bleibt undokumentiert – und fehlt später in der Software.
2. Stakeholder werden nicht gehört
Der Vertrieb hat andere Anforderungen als die Buchhaltung. Wenn nur eine Abteilung gefragt wird, entstehen Lösungen, die niemanden richtig zufriedenstellen.
3. Alles ist gleich wichtig
Ohne Priorisierung werden 100 Anforderungen gleichzeitig umgesetzt. Das Ergebnis: Ein aufgeblähtes System, das nichts richtig kann.
4. Anforderungen werden mit Lösungen verwechselt
"Wir brauchen eine App" ist keine Anforderung. Die Anforderung ist das Problem, das gelöst werden soll. Die App ist nur eine mögliche Lösung.
5. Keine Abgrenzung
Was gehört zum Projekt? Was nicht? Ohne klare Scope-Definition wächst das Projekt unkontrolliert – der berüchtigte "Scope Creep".
Der Weg zu klaren Anforderungen
Gute Anforderungen entstehen nicht zufällig. Sie erfordern einen strukturierten Prozess:
1. Verstehen Sie das Geschäftsproblem
Nicht: "Wir brauchen ein neues CRM." Sondern: "Unsere Vertriebsmitarbeiter verlieren 2 Stunden pro Tag mit manueller Datenpflege."
2. Identifizieren Sie alle Stakeholder
Wer nutzt die Software? Wer ist betroffen? Wer entscheidet? Alle relevanten Perspektiven müssen einbezogen werden.
3. Dokumentieren Sie systematisch
Jede Anforderung wird erfasst, kategorisiert und priorisiert. Muss-Anforderungen werden von Kann-Anforderungen getrennt.
4. Validieren Sie mit allen Beteiligten
Bevor eine Zeile Code geschrieben wird, bestätigen alle Stakeholder: "Ja, das ist es, was wir brauchen."
Warum externe Unterstützung hilft
Ein externer Berater bringt entscheidende Vorteile:
- Neutralität: Keine Abteilungsinteressen, keine politischen Rücksichten
- Methodenkompetenz: Erprobte Techniken zur Anforderungserhebung
- Erfahrung: Kenntnis typischer Fallstricke und wie man sie vermeidet
- Fokus: Keine Ablenkung durch Tagesgeschäft
Fazit: Der Teufel steckt im Detail
Softwareprojekte scheitern selten an der Technik. Sie scheitern an unklaren Vorstellungen, die erst während der Umsetzung auffallen. Dann ist es teuer – manchmal zu teuer.
Die Lösung? Investieren Sie Zeit in die Anforderungsklärung, bevor Sie in die Umsetzung investieren. Ein strukturiertes Scoping spart später ein Vielfaches an Kosten und Nerven.
Fazit
Wenn ein Softwareprojekt scheitert, liegt die Ursache selten in der Technik. Sie liegt in dem, was vor der Technik hätte passieren müssen: klare Ziele, strukturierte Anforderungen, geprüfte Annahmen.
Diese Arbeit ist weniger aufwändig als die Reparatur eines gescheiterten Projekts. Und sie gibt Ihnen die Kontrolle über das Ergebnis – unabhängig davon, wer die Umsetzung übernimmt.
Häufig gestellte Fragen
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